| Das Urnäscher
Bloch, ein alter Fasnachtsbrauch -
am 23. Februar 2009
Das Bloch
ist ein eigenartiger Fasnachtsbrauch. In einem Umzug
wird ein Baumstamm, der fachgerecht auf einen bekränzten
Wagen gebunden wurde, durch mehrere Dörfer gezogen.
Die Urnäscher Blochgesellschaft ist als einzige
ein Verein mit schriftlichen Satzungen und erwachsenen
Mitgliedern, die zum Teil jahrzehntelang aktiv bleiben.
Das ist auch der Grund, dass es als der prächtigste
Blochzug gilt. Der Stamm trägt an der Stirnseite
einen Bogen mit dem Urnäscher Wappen und an seinem
hinteren Ende ein Aufrichtebäumchen, an dessen
Zweigen farbige Nastücher flattern. Vor dem Bäumchen
sitzt rittlings ein russiger Schmied und hämmert
auf einen hellklingenden Amboss. Direkt vor ihm raucht
ein Ofen, der mit Reisig gefüttert wird. Von Zeit
zu Zeit packt der Schmied mit einer Schmiedezange einen
Schwärmer, zündet die Lunte im Ofen an und
lässt den Schwärmer krachen. Auf dem vorderen
Ende des Stammes steht ein fasnächtlicher Fuhrmann
mit einer ellenlangen Zipfelmütze und schwingt
ein Peitsche. Hinter ihm sitzen zwei Musikanten mit
Blasinstrumenten, die auf dem langen Marsch für
Unterhaltung zu sorgen haben. Der Wagen wird von paarweise
nebeneinander gehenden Männern mit Zugstecken an
einem Seil gezogen. Die Zugmannschaft stellen mit ihrer
Kleidung und Ausrüstung Berufe dar, die etwas mit
Holz zu tun haben.
Der
lange Marsch nach Herisau
In aller Herrgottsfrühe bricht der Zug auf
vom Platz vor dem Restaurant Sonne im Tal. Voraus rennen
die als Clowns gekleideten Kässelibuben mit ratternden
Sammelbüchsen. Sie sammeln Geld bei den Zuschauern
und in den am Weg liegenden Häusern. Etwa fünf
Vorreiter und Herolde in prächtiger landsknechtähnlicher
Kleidung folgen auf stämmigen Bauernpferden. Neben
dem Bloch marschiert der Wagenwart und hinter ihm tappt
ein als Bär verkleideter Mann, der unterwegs allerhand
Schabernack treibt, vor allem mit den weiblichen Zuschauern.
Er wird von einem Zigeuner an einer langen Kette geführt.
Den Schluss macht der berittene Förster mit umgehängter
Kluppe.
Nach der Rückkehr auf den Urnäscher Dorfplatz,
verliest der Präsident oder ein von der Gesellschaft
dazu bestimmtes Mitglied den gereimten Blochspruch,
der den Brauch schildert und den Spendern und Gönnern
den Dank ausspricht, und dann wird das Bloch vom Förster
versteigert. Das Geld geht in die Blochkasse, aus der
auch die Kostüme berappt werden müssen. Anschliessend
findet im Saal des Gasthauses Sonne ein Nachtessen mit
anschliessendem Maskenball statt.
Die
Bubenblöcher
Die Buben von Hundwil, Stein und Schwellbrunn ziehen
jedes Jahr am eigentlichen Blochmontag, dem Montag nach
Aschermittwoch (nach dem Sonntag Invocavit) ihre Blöcher
durch die Dörfer. Die Hundwiler Buben legen den
weitesten Weg zurück. Er führt von der Oertles
Mühle nach Urnäsch - Waldstatt - Herisau -
und von da nach Hundwil und wieder zur Mühle, wo
der Stamm wieder abgegeben wird. Das Steiner Bloch wird
auf einem Umweg nach Teufen und zurück gezogen.
Wenn mehr Interessenten für den Blochzug als Chargen
vorhanden sind, werden mit Ausscheidungswettläufen
jene ermittelt, die mitkommen dürfen.
Die Schwellbrunner haben 1961 den Blochumzug wieder
eingeführt und fahren von der Risi nach Herisau
und zurück. Bei ihnen gelten weniger strenge Bräuche,
was die Chargenverteilung angeht. Sie können aber
ihr Bloch versteigern lassen und das Geld, das nach
Abzug der Unkosten übrigbleibt, verteilen.
Das
Urnäscher Bloch in Kürze
| Ort |
 |
Urnäsch
- Waldstatt - Herisau und zurück |
| Datum |
|
Fasnachtmontag,
in den ungeraden Jahren |
| Teilnehmer |
|
Männer
aus Urnäsch und Umgebung |
Die
Bubenblöcher in Kürze
| Ort |
 |
Hundwil,
Stein, Schwellbrunn |
| Datum |
|
Blochmontag,
Montag nach Aschermittwoch |
| Teilnehmer |
|
Buben,
etwa von Anfang bis zum Ende der Schulpflicht |
Das
Bloch von A - Z
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